Feedbackkultur
Ihr möchtet konstruktives Feedback besser in Eurem Arbeitsalltag verankern?
Oder wollt Eure eigenen Feedback-Skills reflektieren und verbessern?
In diesem Artikel liefern wir Euch vier Fragen, die helfen,
Feedback im Team klarer, wirksamer und empathischer zu gestalten.
Feedback geben ist kein Selbstläufer
Dass konstruktiv Feedback geben und eine gesunde Feedbackkultur in Unternehmen wichtig sind, würde wohl kaum jemand in Frage stellen. Im besten Fall stiftet Feedback Orientierung, motiviert und sorgt dafür, dass wir besser werden in dem, was wir tun. Trotzdem kann Feedback auch für enormen Frust sorgen. Sowohl beim Feedbackgebenden, wenn anschließend nicht die gewünschte Änderung eintritt oder das Engagement gar nicht wie erhofft steigt. Als auch beim Empfangenden – nämlich dann, wenn es als ungerechtfertigte Kritik aufgefasst wird, überfordernd wirkt oder positive Leistungen ignoriert.
Wer darf wem eigentlich Feedback geben?
Das Entscheidende in Sachen Feedback ist, dass es angenommen werden kann. Ob das möglich ist, hängt von der Beziehung zwischen der sendenden und der empfangenden Person ab. Mit Hierarchien hat das erstmal nichts zu tun - Feedback kann sowohl "top-down" als auch "bottom-up" oder "peer-to-peer" gegeben werden. Vielmehr spielen aus unserer Sicht drei Aspekte eine wichtige Rolle:
- Vertrauen und Sicherheit: Ohne eine vertrauensvolle Beziehung wird selbst gut gemeintes Feedback schnell als Kritik oder Angriff wahrgenommen.
- Rollenbewusstsein: Führungskräfte haben häufig nicht (mehr) vollumfänglich auf dem Schirm, wie die Realität der operativen Arbeit aussieht. Genauso kennen Mitarbeitende nicht die ganze Wirklichkeit ihrer Vorgesetzten. Diese "blinden Flecken" sind normal - umso hilfreicher ist es, sich seiner Rolle und der damit verbundenen Grenzen beim Feedback geben bewusst zu sein.
- Offenheit: Ein Grundsatz in der systemischen Beratung besagt, dass wir nie die gesamte "Wahrheit" unseres Gegenübers kennen, sondern ihn oder sie nur aus unserer eigenen Perspektive wahrnehmen. Klingt offensichtlich, ist aber wichtig - so bleiben wir offen und können auch mal fragen: "Wie hast du die Situation erlebt?"
4 Reflexionsfragen für besseres Feedback
Momente des Feedbacks haben großes Potential: Sie können Beziehungen stärken, Konflikte ausräumen und ungemein motivieren. Deshalb lohnt es sich, vorher kurz innezuhalten und sich Gedanken zu machen, wie Feedback gut platziert werden kann. Diese vier Fragen helfen uns dabei weiter:
1. Ist der Zeitpunkt passend?
Ein Feedback-Monolog nach einem stressigen Meeting? Eher schwierig. Tipp: Erst fragen "Hast du gerade Kapazität für ein kurzes Feedback?" - Das stellt sicher, dass das Feedback erwünscht und das Gegenüber aufnahmefähig ist.
2. Bin ich schnell genug dran?
Ja, der Zeitpunkt muss passen, aber Feedback hat ein Verfallsdatum. Wichtig ist, zeitnah Rückmeldung zu geben - übrigens besonders, wenn etwas gut gelaufen ist :-)
3. Ist mein Feedback wirklich hilfreich?
"Das war gut" oder "Das Ergebnis gefällt mir nicht" hilft meist nicht weiter. Je präziser desto besser: Was genau hat geholfen, inspiriert oder zum Erfolg beigetragen? Was genau wünscht du dir beim nächsten Mal anders?
4. Ist mein Feedback umsetzbar?
Nicht alles, was man gerne anders hätte, kann das Gegenüber auch ändern. Oder noch nicht ändern. Deshalb hilft die Frage: Bezieht sich das Feedback auf etwas, das die Person beeinflussen kann? Nur dann ist es auch brauchbar.
Darüber hinaus kann man Feedback geben natürlich lernen und üben. Wenn Ihr hier Bedarf für Euch seht, sprecht uns gerne an. Wir arbeiten bevorzugt mit Intervalltrainings, um neue Fähigkeiten nachhaltig in Eurem Team zu verankern und es Euch leichter zu machen, Zeit fürs Lernen im Alltag freizuschaufeln.
Feedback in den Alltag integrieren
Wir kennen es alle: Feedback geben fällt im Alltag immer wieder "hinten runter". Eigentlich wollte man dem Kollegen oder der Kollegin längst sagen, wie hilfreich das letzte Meeting war - und vergisst es dann doch. Mit ein paar Tricks kann aber jede und jeder Einzelne zu einer besseren Feedbackkultur beitragen:
- Feedback normalisieren: Es muss nicht immer das offizielle, große Feedbackgespräch sein - fünf Minuten am Anfang oder Ende eines Calls sind oft schon ausreichend.
- Memo in den eigenen Kalender stellen: Alle zwei Wochen das Stichwort "Feedback" zu lesen, kann helfen, eine Feedback-Routine zu entwickeln.
- Proaktiv Feedback einholen: einfach mal die Kollegin fragen, wie sie das letzte gemeinsame Projekt so fand :-)
- Bestehendes Teammeeting nutzen: z.B. einmal im Monat standardmäßig eine zehnminütige "Kurz-Reflexion" auf die Agenda setzen - Was hat in den letzten vier Wochen gut funktioniert? Was war hinderlich?
Unsere Einladung
Wir bei yayworks sind überzeugt: Feedback ist ein wichtiger Hebel, damit Teams zusammenwachsen, Vertrauen entsteht und erfolgreiche Zusammenarbeit funktioniert. Wenn Ihr Euch mehr Offenheit in Eurem Feedbackverhalten wünscht oder einfach gerne dazulernen möchtet, unterstützen wir Euch gerne mit zielgerichteter Beratung, passenden Trainings oder Workshops.
Neugierig geworden? Dann meldet Euch – wir freuen uns darauf, Euch kennenzulernen!